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Gewaltprävention
Gewaltprävention an unserer SchuleIst-Zustand: „Gewaltprävention? Bei uns? Brauchen wir so was denn überhaupt – wir haben doch gar keine Gewalt an unserer Schule!?“ fragen sich manche Eltern. Stimmt. Gewaltvorfälle sind an unserer Schule sehr selten. Sicherlich gab es in der Vergangenheit singuläre Ereignisse mit einzelnen Schülern, die teilweise gewalttätig waren. Einige von diesen Situationen konnten mit intensiver Arbeit der Schüler und Lehrer, Eltern und Schulleitung wieder „zurecht gerückt“ werden. Derartiges wird sich auch künftig wahrscheinlich nie ganz ausschließen lassen – dieses mit der Thematik „Gewalt an Schulen“ zu verbinden, ist aber sicherlich übertrieben. Aber auch unsere Schule ändert sich. Die Homogenität unserer Schüler verändert sich, die Einzugsbereiche der Schulen werden größer. Die Anforderungen an unsere Kinder werden umfangreicher und anspruchsvoller. Gleichzeitig steigen die Belastungen für die Eltern, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen immer mehr. Erste Auswirkungen dieser multiplen Veränderungen sehen wir aber schon heute durch die Verrohung der allgemeinen Umgangsformen der Schüler untereinander und den Lehrern und Erziehern des Hortes / der VHG gegenüber.
Maßnahmen: Der GEV-Vorstand hat das Thema „Gewaltprävention an unserer Schule“ zu einem der beiden zentralen Schwerpunktthemen der nächsten Jahre formuliert und initiert, dass in allen Gremien darüber diskutiert und Maßnahmen beschlossen wurden. Im Wesentlichen fußt das Projekt auf zwei Säulen: „SiS – Seniorpartner in School e.V.“ und „Mediatoren – Konfliktlotsen“:
Die Seniorpartner sind externe Berater, die in festen Teams zu festen Zeiten an der Schule anwesend sind und den Kindern für Gespräche zur Verfügung stehen. Die Gespräche mit den Kindern sind absolut vertraulich und werden nicht mit anderen Kindern, den Lehrern oder Erziehern oder gar den Eltern im Anschluss diskutiert – die Seniorpartner sind Vertraute der Kinder. Transfergespräche finden nur dann statt, wenn die Kinder dies ausdrücklich einfordern. Die Seniorpartner sind quasi „rüstige Alte“ mit entsprechendem Bildungsniveau, die zusätzliche Ausbildungen und Qualifikationen erhalten und auch weiterführend geschult werden. Sie stellen die „Brücke zwischen Jung und Alt“ dar, was gleichzeitig auch deren Stärke ist. SiS sind bereits mit vielen Auszeichnungen für ihre erfolgreiche Arbeit anerkannt worden und werden auch vom „BM Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ gefördert. Weitere Informationen über SiS siehe hier und unter www.seniorpartnerinschool.de.
Mediatoren sind Lehrer und Erzieher mit zusätzlicher Mediatorenausbildung mit Schwerpunkt Schulmediation, die Schüler zu Konfliktlotsen qualifizieren können. Hier liegt der Schwerpunkt bei der Unterstützung der Kinder durch Gleichaltrige. Die Mediatoren und die Konfliktlotsen arbeiten aktiv bei Auseinandersetzungen mit den Betroffenen, um Lösungen für den Streitfall gemeinsam zu finden bzw. zu erarbeiten. Durch die Arbeit der Lotsen werden künftige Eskalationen reduziert bzw. vermieden, da die Schüler sukzessive lernen auch in Aggressionsfällen miteinander zu reden – und nicht zu schlagen. Die Mediatorenausbildung selbst ist zunächst sehr arbeits- und zeitintensiv und setzt daher ein hohes Engagement der Lehrer und Erzieher voraus. Wenn die Ausbildung über das Lisum erfolgt, dauert sie sehr lange (ca. 2 Jahre, siehe BUDDY-Projekt) – wenn die Ausbildung über private Träger (Qualifizierungsinstitute oder bspw. Evangelische Kirche) absolviert wird, kann diese in 3-4 Monate durchgeführt werden, kostet allerdings
An unserer Schule hat eine Lehrerin und eine Erzieherin die Ausbildung über die evangelische Kirche begonnen. Weitere Informationen über Mediatoren / Konfliktlotsen siehe unter www.konfliktlotsen.de.
Ziele: Mit diesen beiden Säulen geben wir unseren Kindern die Möglichkeit sich diejenige Unterstützung zu holen, die sie spezifisch brauchen bzw. die für sie in der persönlichen Situation am Besten ist. Der zentrale Gedanke bei all unseren Bemühungen hier ist die Prävention – wir wollen nicht warten bis quasi „medienwirksame Zustände“ an unserer Schule sind, sondern möglichst frühzeitig eine konfiktlösende Kultur an unserer Schule und unserem Hort implementieren.
Unserer Vorstellung nach wollen wir den Start mit SiS bereits Anfang 2008 erreichen. Die Mediatorenausbildung hat im Oktober 2007 begonnen und die Qualifikation von Schülern zu Konfliktlotsen ist ebenfalls für dieses Schuljahr vorgesehen. Die erforderlichen Arbeiten hierfür werden sehr umfangreich und intensiv sein, wir haben aber eine breite Basis der Zustimmung und Unterstützung innerhalb der GEV, des Kollegiums (Gesamtkonferenz), der Schulkonferenz, der Schulleitung und natürlich des Hortes, der stark eingebunden sein wird.
Evaluation: Dokumentation der „Gewaltvorfälle“ und Fragebogen.
Baring Schulleiterin Berlin, den 21.02.2008
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